Sommerblumen wie Geranien, Petunien und Fuchsien pflanzt du am Bodensee und in Oberschwaben am besten ab Mitte Mai, nach den Eisheiligen. Leer bleiben die Kästen bis dahin trotzdem nicht: Ab März passen frostfeste Frühlingsblumen hinein, ab September die Herbstbepflanzung.
Die meisten Anleitungen kennen nur den Sommer. Dabei lässt sich ein Balkon dreimal im Jahr neu bepflanzen, und jede Runde hat ihren eigenen Termin. Hier findest du den Zeitplan fürs ganze Jahr, die passenden Pflanzen für jede Himmelsrichtung und eine Anleitung, mit der dein Balkonkasten bis in den Herbst blüht.
Wann ist der
richtige Zeitpunkt?
Der wichtigste Termin für den Balkon sind die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai, mit der „kalten Sophie“ als letztem Tag. Bis dahin sind Nachtfröste möglich, danach werden sie selten. Geranien, Petunien, Fuchsien, Begonien und auch Basilikum oder Tomaten vertragen keinen Frost und kommen deshalb erst ab Mitte Mai nach draußen.
Am See ist es oft ein wenig milder als im Hinterland, weil das Wasser die Wärme speichert. Ein Freibrief ist das nicht: Klare, windstille Nächte bringen auch rund um Tettnang im April und Anfang Mai noch Bodenfrost. Wer weiter oben Richtung Allgäu wohnt, wartet erst recht die Eisheiligen ab. Hast du schon früher gepflanzt, deckst du die Kästen in kalten Nächten mit Vlies ab oder holst sie kurz herein.
Frühlingsblumen dagegen dürfen viel früher raus. Primeln, Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht überstehen leichte Nachtfröste und kommen ab März in die Kästen.
Dein Balkonjahr
im Überblick
März und April
Frühjahrsbepflanzung mit Primeln, Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht, Blaukissen und Efeu. Dazu passen Narzissen, Tulpen und Hyazinthen im Topf.
Ab Mitte Mai
Nach den Eisheiligen räumst du die Frühlingsblumen ab und setzt die Sommerbepflanzung. Jetzt ist die beste Zeit für frische Erde.
Juni bis August
Die Pflegezeit: gießen, einmal pro Woche düngen und Verblühtes auszupfen. An heißen Tagen braucht der Kasten jeden Tag Wasser.
September und Oktober
Wenn die Sommerblumen nachlassen, kommt die Herbstbepflanzung: Heidekraut, Chrysanthemen, Silberblatt, Alpenveilchen für draußen und winterfeste Gräser. Geranien, die du überwintern möchtest, holst du vor dem ersten Frost herein.
November bis Februar
Heide und Gräser bleiben stehen, Tannenzweige zwischen den Pflanzen schützen vor Wintersonne und Wind. An frostfreien Tagen ab und zu gießen, denn auch im Winter trocknen die Kästen unter dem Dachvorsprung aus.
Welche Pflanze
für welche Lage
Die Himmelsrichtung entscheidet mehr über deine Balkonpflanzen als jede andere Frage. Zähl an einem sonnigen Tag, wie viele Stunden die Sonne direkt auf die Kästen scheint. Ab etwa sechs Stunden gilt ein Balkon als vollsonnig.
- Südbalkon: Geranien, Petunien und Surfinien, Verbenen, Zinnien, Studentenblumen und Lavendel lieben Hitze und Licht. Basilikum fühlt sich hier ebenfalls wohl. Rechne im Hochsommer mit täglichem Gießen.
- Ost- und Westbalkon: Hier wächst fast alles. Am Ostbalkon gibt es milde Morgensonne, ideal für Fuchsien und Begonien. Der Westbalkon heizt sich am Nachmittag stark auf und verträgt deshalb auch Geranien.
- Nordbalkon: Kaum direkte Sonne, dafür bleibt die Erde länger feucht. Fuchsien, Begonien und Fleißiges Lieschen blühen hier zuverlässig, Efeu sorgt für Grün an der Brüstung.
- Windiger Balkon: In oberen Stockwerken oder mit freiem Blick über das Land zerrt der Wind an den Pflanzen. Geranien und Gräser stecken das gut weg, die zarten Blüten von Petunien leiden dagegen bei Wind und Regen. Befestige die Kästen sicher an der Brüstung, denn nasse Erde ist schwer.
So bepflanzt du
den Balkonkasten
- Den richtigen Kasten wählen: Er braucht Abzugslöcher im Boden, sonst bleibt das Wasser stehen und die Wurzeln faulen. Kästen mit Wasserspeicher im Boden helfen an heißen Tagen und überbrücken ein langes Wochenende.
- Drainage einfüllen: Eine Schicht Blähton am Boden hält die Löcher frei und sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser abläuft.
- Frische Erde nehmen: Balkonpflanzenerde ist locker, speichert Wasser und enthält einen Startvorrat an Dünger. Du bekommst sie bei Blumen Heck in Tettnang. Die Erde vom Vorjahr ist ausgelaugt und verdichtet.
- Pflanzen vorher wässern: Tauch die Töpfe in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Ein trockener Wurzelballen nimmt nach dem Pflanzen kaum noch Wasser auf.
- Mit Abstand setzen: Je nach Pflanze 15 bis 20 Zentimeter, auch wenn der Kasten anfangs leer aussieht. Hängende Pflanzen wie Surfinien kommen nach vorn, aufrechte wie Geranien nach hinten.
- Richtig tief pflanzen: Setz die Pflanzen so tief, wie sie im Topf standen, und lass oben etwa zwei Zentimeter Gießrand frei.
- Kräftig angießen: Gieß so lange, bis unten Wasser herausläuft. So schließt sich die Erde um die Wurzeln.
Gießen und düngen
durch den Sommer
Balkonkästen haben wenig Erde und trocknen schnell aus. Im Hochsommer gießt du meist jeden Tag, auf einem Südbalkon an heißen Tagen auch morgens und abends. Am besten früh am Morgen und direkt auf die Erde, nicht über Blätter und Blüten. Ob Wasser nötig ist, zeigt die Fingerprobe: Ist die Erde zwei Zentimeter tief trocken, wird gegossen.
Balkonblumen sind Starkzehrer, sie brauchen also viele Nährstoffe. Die vorgedüngte Erde reicht nur für die ersten Wochen. Danach gibst du einmal pro Woche Flüssigdünger ins Gießwasser, bis Ende August. Petunien und Surfinien brauchen einen Dünger mit Eisen. Fehlt es, werden ihre Blätter gelb, während die Blattadern grün bleiben.
Verblühtes zupfst du regelmäßig aus. Die Pflanze steckt ihre Kraft dann in neue Knospen statt in Samen. Bei Geranien knipst du den ganzen Blütenstiel ab.
Typische Fehler
auf dem Balkon
- Zu früh gepflanzt: Ein warmer April verführt. Eine einzige Frostnacht reicht, um Geranien und Basilikum zu verlieren.
- Zu eng gesetzt: Was im Mai üppig aussieht, ist im Juli ein Gedränge. Die Pflanzen konkurrieren um Wasser, und zwischen den Blättern hält sich Feuchtigkeit.
- Wasser im Untersetzer: Nach einem Gewitterregen steht das Wasser oft tagelang im Untersetzer. Gieß es ab, sonst faulen die Wurzeln.
- Die falsche Lage: Fuchsien in praller Mittagssonne oder Petunien auf dem Nordbalkon kümmern, egal wie gut du sie pflegst.
Pflanzen aus
der Region
Pflanzen, die in der Nähe herangezogen wurden, kennen das Klima, in dem sie später stehen. In unserer Gärtnerei in Tettnang ziehen wir einen Großteil der Beet- und Balkonpflanzen selbst heran, aus Samen, Jungpflanzen und Stecklingen. Im Sommer stehen bei uns Geranien, Petunien und Surfinien, Fuchsien, Begonien, Verbenen, Studentenblumen, Zinnien und Lavendel, dazu Kräuter und Gemüsepflanzen.
Was im Frühjahr blüht, siehst du auf der Seite Gärtnerei im Frühjahr, die Herbstpflanzen findest du unter Gärtnerei im Herbst.
Bring deine Balkonkästen einfach mit: Wir bepflanzen sie für dich, im Frühjahr, im Sommer und im Herbst, und geben gleich richtig dosierten Langzeitdünger dazu. Sag uns, ob dein Balkon sonnig, halbschattig oder schattig liegt, dann suchen wir die passenden Pflanzen aus. Erde und Dünger bekommst du ebenfalls bei uns. Alles zur Sommersaison steht auf der Seite Balkonpflanzen im Sommer.
Häufige Fragen
zum Balkon
Wann darf man Balkonpflanzen rausstellen?
Frostempfindliche Sommerblumen wie Geranien und Petunien nach den Eisheiligen, also ab Mitte Mai. Frühlingsblumen wie Primeln und Stiefmütterchen dürfen schon ab März raus.
Wie viele Pflanzen passen in einen Balkonkasten?
In einen Kasten von einem Meter Länge passen etwa fünf bis sechs Pflanzen. Das entspricht 15 bis 20 Zentimetern Abstand, damit sie im Sommer genug Platz haben.
Welche Balkonpflanzen für volle Sonne gibt es bei Blumen Heck?
Geranien, Petunien und Surfinien, Verbenen, Zinnien und Lavendel kommen mit Hitze gut zurecht. Sie brauchen im Hochsommer aber täglich Wasser. Viele davon ziehen wir in unserer Gärtnerei in Tettnang selbst heran.
Wie oft muss man Balkonblumen gießen?
Im Hochsommer meist jeden Tag, auf sonnigen Balkonen an heißen Tagen zweimal. Gieß dann, wenn die Erde zwei Zentimeter tief trocken ist.
Kann ich die Erde vom Vorjahr wiederverwenden?
Besser nicht. Alte Balkonerde ist ausgelaugt und verdichtet, frische Erde speichert Wasser besser und bringt einen Startvorrat an Dünger mit.

Dein Ansprechpartner
Daniel Theurer
Gärtner und Friedhofsverantwortlicher
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Schreib uns, wir melden uns bei dir.
