Zimmerpflanzen richtig gießen

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Zimmerpflanzen gießt du, wenn die Erde zwei bis drei Zentimeter tief trocken ist, und dann so gründlich, dass unten Wasser aus dem Topf läuft. Was nach einer Viertelstunde noch im Untersetzer oder Übertopf steht, schüttest du weg.

Ein fester Gießtag pro Woche geht dagegen selten gut. Wie viel Wasser eine Pflanze braucht, hängt von ihrer Art, vom Topf, vom Licht und von der Jahreszeit ab. Und häufiger als Durst ist zu viel Wasser der Grund, warum Zimmerpflanzen eingehen. Oft steckt ein Übertopf dahinter, in dem sich unbemerkt Wasser sammelt.

Wann braucht die
Pflanze Wasser?

Ob eine Zimmerpflanze Wasser braucht, prüfst du am besten mit den Händen statt mit dem Kalender. Diese Proben helfen:

  • Fingerprobe: Steck einen Finger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Ist sie dort trocken, gießt du. Fühlt sie sich noch kühl und feucht an, wartest du.
  • Gewichtsprobe: Heb den Topf direkt nach dem Gießen einmal an und merk dir das Gewicht. Ein trockener Topf ist deutlich leichter. Bei großen Töpfen, in denen die Fingerprobe nur die oberste Schicht erreicht, ist das die zuverlässigste Methode.
  • Blick auf die Erde: Trockene Erde wird heller und löst sich bei vielen Pflanzen vom Topfrand.
  • Blick auf die Blätter: Schlaffe Blätter bei trockener Erde bedeuten Durst. Hängen die Blätter, obwohl die Erde nass ist, sind die Wurzeln meist schon durch zu viel Wasser geschädigt. Mehr Wasser macht es dann nur schlimmer.

So gießt
du richtig

  • Gründlich statt schluckweise: Gieß so viel, dass die ganze Erde durchfeuchtet ist und unten etwas herausläuft. Kleine Schlucke jeden Tag halten nur die oberste Schicht nass, während die Wurzeln unten trocken bleiben.
  • Wasser abgießen: Nach etwa 15 Minuten schüttest du das Wasser aus Untersetzer oder Übertopf weg. Stehen die Wurzeln dauerhaft im Wasser, bekommen sie keine Luft und faulen. Diesen Zustand nennt man Staunässe.
  • Zimmerwarmes Wasser: Kaltes Wasser direkt aus der Leitung ist ein Schock für tropische Pflanzen. Füll die Gießkanne nach dem Gießen gleich wieder auf, dann hat das Wasser beim nächsten Mal Zimmertemperatur.
  • Auf die Erde gießen: Gieß direkt auf die Erde und nicht über Blätter und Blüten. Bei Orchideen kommt kein Wasser ins Herz zwischen den Blättern, bei Alpenveilchen nicht auf die Knolle.

Neben dem Gießen von oben gibt es zwei weitere Wege, die für bestimmte Pflanzen besser passen:

Von unten gießen

Du füllst Wasser in den Untersetzer, die Erde saugt es nach oben. Nach etwa 20 bis 30 Minuten gießt du den Rest weg. Gut für Alpenveilchen und Pflanzen mit empfindlichen Blättern.

Tauchen

Du stellst den Topf in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, und lässt ihn danach gut abtropfen. Gut für Orchideen und für Pflanzen, deren Wurzelballen so trocken ist, dass das Gießwasser nur am Rand vorbeiläuft.

Die Falle mit
dem Übertopf

Ein Übertopf ohne Abzugsloch versteckt überschüssiges Wasser. Von oben sieht die Erde längst trocken aus, während die Wurzeln unten seit Tagen im Wasser stehen. Viele Pflanzen, die scheinbar ohne Grund eingehen, sind darin ertrunken.

  • Innen ein Topf mit Löchern: Lass die Pflanze in ihrem Kunststofftopf mit Abzugslöchern und stell diesen in den Übertopf. Pflanz nie direkt in ein Gefäß ohne Loch.
  • Nach dem Gießen nachsehen: Heb den Innentopf eine Viertelstunde nach dem Gießen kurz heraus und schütte das Wasser im Übertopf aus.
  • Abstand zum Boden: Eine Schicht Blähton oder Kies im Übertopf sorgt dafür, dass der Innentopf nicht im Wasser steht, falls doch einmal etwas übrig bleibt.

Dekorative Blumentöpfe und Pflanzgefäße findest du auch in unserem Blumenladen in Tettnang. Frag dort ruhig nach, ob die Pflanze einen Innentopf hat.

Wie viel Wasser
welche Pflanze braucht

Zimmerpflanzen stammen aus sehr unterschiedlichen Gegenden, von der Wüste bis zum Regenwald, und brauchen entsprechend unterschiedlich viel Wasser. Eine grobe Einteilung:

  • Kakteen und Sukkulenten: Aloe, Echeverien und Geldbaum speichern Wasser in Blättern oder Stamm. Gieß erst, wenn die Erde ganz durchgetrocknet ist. Ähnlich genügsam sind Bogenhanf und Glücksfeder.
  • Grüne Blattpflanzen: Monstera, Efeutute, Gummibaum und Birkenfeige mögen es, wenn die obere Erdschicht zwischen zwei Wassergaben antrocknet. Bei ihnen passt die Fingerprobe am besten.
  • Durstige Pflanzen: Farne, Calathea und Zyperngras wollen gleichmäßig feuchte Erde und dürfen nie ganz austrocknen. Sie vertragen kalkarmes Wasser besser.
  • Orchideen: Die beliebte Phalaenopsis wächst in grober Rinde statt in Erde. Tauch sie, wenn die Wurzeln silbrig grau aussehen. Sind die Wurzeln grün, haben sie noch genug Wasser.
  • Blühende Topfpflanzen: Weihnachtsstern, Azalee und Alpenveilchen sind empfindlich. Der Weihnachtsstern mag es eher etwas trockener und verträgt keine nassen Füße. Die Azalee will dagegen immer feucht stehen und wird am besten getaucht.

Weihnachtssterne und Amaryllis stehen im Winter auch bei uns in der Gärtnerei. Wie du einen Weihnachtsstern gut durch die dunklen Monate bringst, steht ausführlich in unserem Artikel zur Weihnachtsstern-Pflege.

Gießen im
Winter

Im Winter brauchen die meisten Zimmerpflanzen deutlich weniger Wasser, weil sie bei wenig Licht kaum wachsen. Von Oktober bis Februar gießt du deshalb seltener und prüfst vorher immer die Erde. Kakteen stehen im Winter am besten hell und kühl und bekommen dann nur alle paar Wochen einen Schluck.

Die Heizung bringt die Regel allerdings durcheinander. Auf einer Fensterbank direkt über dem Heizkörper trocknet die Erde schneller aus als mitten im Raum. Prüf diese Töpfe öfter, statt starr nach Winterplan zu gießen. Farne und Calathea leiden in trockener Heizungsluft. Eine Schale mit Wasser neben der Pflanze oder ab und zu ein Sprühstoß mit kalkarmem Wasser hilft ihnen.

Auf einem kalten Fensterbrett aus Stein kühlen die Wurzeln aus und nehmen Wasser schlechter auf. Ein Untersetzer aus Kork oder Holz schafft Abstand.

Welches Wasser
ist das richtige?

Für die meisten Zimmerpflanzen reicht normales Leitungswasser in Zimmertemperatur. Kalkempfindlich sind vor allem Orchideen, Azaleen, Farne und Calathea. Für sie nimmst du Regenwasser oder gefiltertes Wasser. Weiße Krusten auf der Erde oder am Topfrand zeigen, dass sich Kalk angesammelt hat.

Zu viel oder
zu wenig gegossen?

  • Zu viel Wasser: Die unteren Blätter werden gelb und weich, die Erde riecht muffig, und kleine schwarze Fliegen schwirren um den Topf. Diese Trauermücken legen ihre Eier in dauerhaft feuchte Erde.
  • Zu wenig Wasser: Blattspitzen und Ränder werden braun und trocken, die Erde löst sich vom Topfrand, und der Topf ist auffallend leicht. Die Blätter hängen, richten sich nach dem Gießen aber wieder auf.

Eine zu nasse Pflanze nimmst du aus dem Topf und lässt den Wurzelballen auf Zeitungspapier einen Tag antrocknen. Gesunde Wurzeln sind hell und fest. Braune, matschige Wurzeln schneidest du mit einer sauberen Schere ab und setzt die Pflanze in frische Erde. Eine ausgetrocknete Pflanze tauchst du, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Wenn du
verreist

Für eine Woche reicht es meist, die Pflanzen vorher gründlich zu gießen und ein Stück vom Fenster wegzurücken, damit sie weniger Wasser verbrauchen. Für längere Reisen helfen Tonkegel, die Wasser aus einem Vorratsgefäß in die Erde leiten, oder Nachbarn mit Gießkanne. Kakteen und Sukkulenten überstehen auch zwei Wochen ohne Wasser.

Häufige Fragen
zum Gießen

Wie oft muss man Zimmerpflanzen gießen?

Immer dann, wenn die Erde zwei bis drei Zentimeter tief trocken ist. Bei vielen grünen Zimmerpflanzen ist das im Sommer etwa einmal pro Woche, im Winter seltener.

Darf man Zimmerpflanzen mit Leitungswasser gießen?

Ja, die meisten Zimmerpflanzen vertragen Leitungswasser gut, am besten zimmerwarm. Orchideen, Azaleen, Farne und Calathea bekommen lieber kalkarmes Wasser.

Ist es besser, Zimmerpflanzen von unten zu gießen?

Für Alpenveilchen und Pflanzen mit empfindlichen Blättern ja. Gieß den Rest im Untersetzer nach 20 bis 30 Minuten weg, damit keine Staunässe entsteht.

Was tun, wenn ich zu viel gegossen habe?

Nimm die Pflanze aus dem Topf und lass den Wurzelballen antrocknen. Faule, braune Wurzeln schneidest du ab und setzt die Pflanze in frische Erde.

Brauchen Zimmerpflanzen im Winter weniger Wasser?

Ja, die meisten wachsen im Winter kaum und brauchen deutlich weniger. Pflanzen über der Heizung trocknen aber schneller aus, prüf dort öfter die Erde.

Wo bekomme ich in Tettnang Zimmerpflanzen und Tipps zum Gießen?

Bei Blumen Heck in der Lindauer Straße 35. Im Laden findest du Zimmerpflanzen, Erde und Dünger, und wir sagen dir gern, wie viel Wasser deine Pflanze braucht.

Daniel Theurer

Dein Ansprechpartner

Daniel Theurer

Gärtner und Friedhofsverantwortlicher

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