Trockenblumen sind Blumen und Gräser, denen das Wasser entzogen wurde, damit sie ihre Form und einen Teil ihrer Farbe über Monate behalten. Am einfachsten trocknest du sie selbst: in kleinen Bündeln kopfüber an einem dunklen, trockenen und luftigen Ort, bis die Stiele nach zwei bis drei Wochen beim Biegen brechen.
Ob das gelingt, entscheidet sich aber schon vorher, beim Schneiden. Wer Blüten zu spät erntet, hat am Ende vor allem Krümel auf dem Boden. Deshalb steht hier neben den Methoden auch ein Erntekalender für Blumen aus Garten und Balkon. Und eine Blume bekommt einen eigenen Abschnitt: die Hortensie, mit der unser Familienbetrieb in Tettnang im Jahr 1900 angefangen hat.
Welche Blumen
sich eignen
Zum Trocknen eignen sich vor allem Blumen mit festen, eher trockenen Blüten und wenig Wasser im Stiel. Bewährt haben sich:
- Lavendel: Behält Farbe und Duft besonders lange und ist der Klassiker für Anfänger.
- Hortensien: Trocknen fast von selbst, wenn du sie zur richtigen Zeit schneidest. Mehr dazu weiter unten.
- Strohblumen und Strandflieder: Ihre Blüten fühlen sich schon frisch papierartig an und bleiben kräftig bunt.
- Schleierkraut: Trocknet schnell und füllt jeden Strauß mit seinen feinen weißen Blüten.
- Rosen: Werden dunkler und etwas kleiner, behalten aber ihre Form. Gut als Erinnerung an einen besonderen Tag.
- Schafgarbe und Edeldistel: Robuste Gartenpflanzen mit festen Blütenständen, die kaum Blüten verlieren.
- Gräser und Samenstände: Ziergräser, Pampasgras, Getreide und Mohnkapseln geben Struktur und natürliche Farbe.
- Heidekraut und Eukalyptus: Heide behält ihre Form, Eukalyptus wird graugrün und duftet noch eine Weile.
Blumen mit fleischigen Blütenblättern und viel Wasser im Stiel, etwa Tulpen, Lilien oder Gerbera, werden beim Trocknen dagegen schnell unansehnlich.
Der richtige
Erntezeitpunkt
Für Trockenblumen schneidest du Blüten am besten, kurz bevor sie ganz aufgeblüht sind. Beim Trocknen öffnen sie sich noch ein Stück weiter. Voll erblühte Blumen verlieren dagegen ihre Blütenblätter. Schneide an einem trockenen Tag am späten Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist. Feuchte Blüten schimmeln leicht.
Juni und Juli
Lavendel, sobald die ersten Blüten an der Ähre aufgegangen sind. Rosen im halb geöffneten Zustand. Schafgarbe, wenn die Dolde gerade voll blüht.
Juli und August
Strohblumen, solange die Blüten in der Mitte noch geschlossen sind. Strandflieder, Schleierkraut und Edeldistel. Viele Ziergräser, bevor die Samen ausreifen und herausfallen. Mohnkapseln, wenn sie fest und graugrün sind.
Ende August bis Oktober
Hortensien, wenn sich die Blüten am Strauch ledrig anfühlen. Heidekraut und Pampasgras, kurz nachdem die Blütenstände aufgegangen sind.
Lavendel für Balkon und Garten bekommst du im Sommer in unserer Gärtnerei, Heidekraut und winterfeste Gräser stehen bei uns im Herbst.
So trocknest du
Blumen selbst
Die einfachste Methode zum Blumentrocknen ist das Aufhängen. Für empfindliche Blüten oder besondere Erinnerungsstücke gibt es weitere Wege.
Kopfüber aufhängen
Entferne die Blätter am Stiel und bündle fünf bis zehn Stiele mit einem Gummiband. Ein Gummiband zieht nach, wenn die Stiele beim Trocknen dünner werden, eine Schnur rutscht dagegen ab. Häng die Bündel kopfüber an einen dunklen, trockenen und luftigen Ort, etwa auf den Dachboden oder in einen Abstellraum. Nach zwei bis drei Wochen sind sie fertig.
In der Vase eintrocknen
Stell die Stiele in eine Vase mit wenigen Zentimetern Wasser und füll nichts nach. Die Blumen trinken das Wasser langsam auf und trocknen dabei aufrecht. Gut für Hortensien, Schleierkraut und Eukalyptus.
Mit Silikagel
Silikagel ist ein Trockenmittel aus dem Bastelbedarf, das Feuchtigkeit aus den Blüten zieht. Leg die Blüten in eine Dose, bedecke sie vorsichtig mit dem Granulat und verschließ sie. Nach etwa drei bis sieben Tagen sind sie trocken und behalten Form und Farbe besser als beim Aufhängen. Gut für einzelne Rosenköpfe.
Pressen
Leg flache Blüten und Blätter zwischen Löschpapier oder Küchenpapier in ein dickes Buch und beschwere es. Nach etwa zwei bis drei Wochen sind sie flach und trocken, ideal für Karten und Bilderrahmen.
Hortensien trocknen,
ein Stück Tettnang
Die Hortensie gehört zu den dankbarsten Trockenblumen. Bei uns hat sie eine lange Geschichte: Unser Familienbetrieb begann 1900 als kleine Hortensienzucht. Georg Brugger und sein Sohn Paul züchteten neue Sorten, darunter um 1950 die Hortensie „Bodensee“, die bis heute international bei Gärtnereien gefragt ist.
Der wichtigste Punkt beim Hortensien-Trocknen ist Geduld. Frisch aufgeblühte Hortensien welken im Haus schnell und schrumpeln zusammen. Warte bis zum Spätsommer, wenn sich die Blüten am Strauch verfärben und ledrig anfühlen.
Dann schneidest du sie mit einem langen Stiel ab, entfernst die Blätter und stellst sie in eine Vase mit wenig Wasser oder hängst sie kopfüber auf. Die Farben werden beim Trocknen gedeckter, aus kräftigem Blau oder Rosa werden sanfte, leicht nostalgische Töne.
Einen Strauß
als Erinnerung trocknen
Soll aus deinem Brautstrauß oder einem Strauß zu einem besonderen Anlass ein Trockenblumenstrauß werden, trocknest du ihn am besten, solange er noch frisch ist. Eine Woche in der Vase kostet die Blüten viel Farbe und Form. Bis dahin hilft dir unser Ratgeber, Schnittblumen länger frisch zu halten.
- Auseinandernehmen: Ein dicker Strauß trocknet innen nicht durch und fängt dort an zu schimmeln. Teil ihn in kleine Bündel auf.
- Sortieren: Nicht alles im Strauß eignet sich. Rosen, Schleierkraut und Eukalyptus trocknen gut, saftige Blumen wie Lilien nimmst du heraus.
- Rosenköpfe einzeln: Besonders schöne Rosen trocknest du in Silikagel. So behalten sie ihre Form am besten.
- Später neu binden: Die getrockneten Teile lassen sich zu einem kleinen Strauß oder einem Arrangement unter einer Glasglocke neu zusammenstellen.
Wer schon bei der Planung weiß, dass der Brautstrauß später getrocknet werden soll, wählt Blumen, die das gut mitmachen. Ideen für die Form findest du in unserem Artikel Den passenden Brautstrauß finden.
Damit sie lange
schön bleiben
- Keine pralle Sonne: Direktes Licht bleicht die Farben in wenigen Wochen aus. Ein heller Platz ohne direkte Sonne ist ideal.
- Keine Feuchtigkeit: Im Bad oder neben dem Herd ziehen Trockenblumen Feuchtigkeit, werden schlaff und schimmeln.
- Staub wegpusten: Föhn sie auf kalter Stufe mit etwas Abstand ab. Abwischen oder Abwaschen geht bei Trockenblumen nicht.
- Wenig anfassen: Trockene Blüten sind spröde. Am besten stellst du den Strauß einmal hin und lässt ihn dort.
- Haarspray als Schutz: Ein dünner Sprühstoß aus etwa 30 Zentimetern Abstand festigt lose Blüten und Gräser, die sonst krümeln.
Gut gepflegt halten Trockenblumen oft ein Jahr und länger. Die Farben verblassen mit der Zeit trotzdem, besonders an hellen Plätzen. Sind sie stumpf und staubig geworden, kommen sie auf den Kompost.
Ideen für
Trockenblumen-Deko
- Strauß ohne Wasser: Ein Trockenstrauß steht in jeder Vase, auch in Gefäßen, die nicht dicht sind, und in dunklen Ecken, in denen frische Blumen nicht halten würden.
- Kleine Gläser: Einzelne Stiele in mehreren kleinen Gläsern wirken leicht und passen auf Regal und Fensterbank.
- Kranz für die Tür: Gräser, Lavendel und Strohblumen auf einen Kranzrohling gebunden halten den ganzen Herbst und Winter.
- Auf dem Tisch: Die meisten Trockenblumen duften kaum und eignen sich deshalb gut für den gedeckten Tisch. Mehr Ideen stehen in unserem Artikel zur Tischdeko mit Blumen.
Gekaufte Trockenblumen mit sehr leuchtenden Farben oder reinem Weiß sind oft gefärbt oder gebleicht. Wer es natürlich mag, trocknet selbst. Vasen, Körbe und Gefäße für deinen Trockenstrauß findest du in unserem Blumenladen in Tettnang.




Häufige Fragen
zu Trockenblumen
Wie lange halten Trockenblumen?
Oft ein Jahr und länger. Die Farben verblassen mit der Zeit, besonders an Plätzen mit direktem Sonnenlicht.
Wie lange dauert es, Blumen zu trocknen?
Kopfüber aufgehängt etwa zwei bis drei Wochen. In Silikagel sind einzelne Blüten schon nach drei bis sieben Tagen trocken.
Welche Blumen eignen sich am besten zum Trocknen?
Lavendel, Strohblumen, Strandflieder, Schleierkraut, Hortensien und Gräser. Auch Rosen trocknen gut, sie werden dabei aber dunkler.
Wie entstaubt man Trockenblumen?
Mit einem Föhn auf kalter Stufe und etwas Abstand. Abwischen oder Wasser vertragen die spröden Blüten nicht.
Darf man Trockenblumen ins Badezimmer stellen?
Besser nicht. Die feuchte Luft macht sie schlaff, und auf Dauer bildet sich Schimmel.
Gibt es bei Blumen Heck Trockenblumen?
Ja. In unserem Laden in Tettnang findest du Sträuße und Gestecke aus Trockenblumen und Deko wie Windlichter oder Kerzenringe mit Trockenblumen.

Deine Ansprechpartnerin
Steffi Heck
Floristmeisterin und Inhaberin
Schau im Laden vorbei, ruf an oder schreib uns.
Wir nehmen uns gern Zeit für dich.
